Robinienbogen #6

Product Information

Standhöhe ca. 5 zoll

 

  • Bogenart : Flachbogen mit steiffer Griffpartie und statischen Recurves
  • Bogenholz : Robinie , zwei halbe Bogenstäbe im Griff gespleißt , lackiert
  • Bogenrücken : ein durchgehender Jahresring , die Splintholzschicht wurde entfernt
  • Bogenlänge : 170 cm , 176 cm über den Rücken gemessen
  • Zuggewicht : 42 lbs bei einem Auszug von 26 Zoll (66 cm)
  • Wurfarme : breiteste Stelle 4,3 cm , schmalste Stelle 15 mm
  • Weitschuß : 160 m mit einem 30 g schweren Pfeil

 

 

Auszug 15 Zoll (38 cm)

Die Recurves wurden vor dem Spleißen in die Wurfarme eingebogen.

Wie auf den Bildern rechts zu sehen, besitzt dieser Bogen echte Recurves. D.h. im aufgespannten , nicht ausgezogenen Zustand liegt die Sehne eine bestimmte Strecke (je nach Länge der Recurves) auf dem Holz der Bauchseite auf und simuliert dadurch einen um diese beiden Strecken verkürzten Bogen. Dadurch ergibt sich im frühen Auszug (bis ca.12 Zoll) ein höheres Anfangszuggewicht ,weil ein kürzerer Bogen schwerer zu ziehen ist  (kürzere Wurfarme = kürzere Hebel = höherer Kraftaufwand). Es wird mehr Energie gespeichert.

Im weiteren Auszugsverlauf hebt die Sehne schließlich ganz vom Bogenbauch ab (hier bei ca.15 bis 16 Zoll) .Ab diesem Punkt besitzt ein Recurvebogen im Vergleich zu einem in Länge und Zuggewicht             identischen geraden Bogen ein weicheres Auszugsverhalten.

Auszug 20 Zoll (51 cm)

Zum Einen liegt dies daran, daß man nun die tatsächliche Länge des          Bogens zieht (= längere Hebel). Hauptsächlich jedoch ist der durch        die Recurves entstehende , geringere Sehnenwinkel für den weichen Auszug verantwortlich.

Bei arbeitenden Recurves wäre der Effekt auf das Auszugsverhalten sogar noch etwas größer , da diese sich im Auszugsverlauf  “aufbiegen” , also strecken und den Bogen damit tatsächlich länger werden lassen . Betrachtet man die Wurfarmenden/Bogennocken auf dem Bild mit dem Auszug bei 20 Zoll , so lägen diese bei einem arbeitenden Recurve jeweils etwas weiter außen (bei identischer Bogenlänge), da sich die Biegung vor den Nocken fast begradigt hätte.

Leider funktionieren arbeitende Recurves bei reinen Holzbogen/Selfbows nur in einem sehr begrenzten Rahmen , so daß der Effekt verschwindend gering ist.

Beim Bau von echten , statischen Recurves die auch eine merkliche Auswirkung auf die Leistung des Bogens haben sollen , besteht nun die Schwierigkeit darin , die durch die Recurves gewonnene , höhere Energiespeicherung nicht durch Design- oder Baufehler wieder zu egalisieren. Die statischen Recurves benötigen nämlich auf der einen Seite eine gewisse Materialdicke um sich nicht wieder aufzubiegen , auf der anderen Seite brauchen sie auch eine bestimmte Breite , damit die Bogensehne nicht am Bogen vorbeigleitet und der Bogen umschlägt , und damit sich die Recurves selbst seitlich nicht verbiegen/verdrehen. Diese beiden Vorgaben vergrößern allerdings die Wurfarmmasse und das obendrein an der ungünstigsten Stelle im Wurfarm : nämlich am Ende. Mehr Masse macht den Wurfarm träger und somit langsamer. Mit steigender Masse steigt auch der Anteil an der gespeicherten Energie , der für die Eigenbeschleunigung benötigt wird.

Im schlimmsten Fall wirft ein schlecht gebauter Recurve erheblich langsamer als ein gut gebauter gerader Bogen.

Was man zusätzlich bedenken sollte : Die höhere Energiespeicherung bzw. die Leistungssteigerung ist nicht umsonst zu   haben. Sie fliegt dem Bogen nicht einfach so von irgendwo her zu , vielmehr muß man sie aus dem Bogen “herauskitzeln”.

Die Leistungssteigerung des Bogens erkauft man sich schlicht und einfach mit einer höheren Belastung des Bogens !