KURSABLAUF

ZUGGEWICHT UND AUSZUGSLÄNGE

Damit du den für dich passenden Bogen bauen kannst, ermitteln wir zunächst dein maximales Zuggewicht und deine individuelle Auszugslänge. Diese beiden Faktoren bestimmen zum größten Teil die Leistungsfähigkeit des späteren Bogens und geben hinsichtlich der durch sie entstehenden Belastung der Wurfarme bereits einen Hinweis auf die Formgebung (Länge des Bogens, Breite der Wurfarme) und das Design des Bogens.

 

FLACHBOGEN ODER LANGBOGEN ?

Flachbogen sind in der Regel etwas kürzer als Langbogen und besitzen breitere, flachere Wurfame. Hauptunterscheidungsmerkmal ist der steiffe, taillierte Griffbereich beim Flachbogen. Nachdem du dich auf ein Design festgelegt hast, suchen wir den Holzrohling für dich aus. Je nach handwerklichem Geschick und Zutrauen entscheidest du, bei welchem Stadium du in den Bogenbau einsteigen möchtest. Ich unterscheide drei Stufen:

 

  1. Spaltling , roh : Bogenbau von Anfang an
  2. Spaltling mit vorbereitetem Rücken und Seiten
  3. Bogenrohling mit vorbereitetem Rücken : der Bogen ist in seiner Form schon grob erkennbar

Da ich den Schwerpunkt des Kurses im Begreiflichmachen des Tillervorgangs (dem Bogen das Biegen beibringen) sehe, ist es nicht zwingend notwendig, bei Stufe eins einzusteigen. Der Tillervorgang beginnt erst, wenn der Bogen in seiner Frontansicht bereits festgelegt ist. Mit dem Einstieg bei  2 bzw. 3 spart man sich hauptsächlich die körperlich anstrengendere Arbeit.

 

BOGENBAU

  1. Die Frontansicht des Bogens :Unabhängig von dem gewählten Einstieg (1,2 oder 3) legst du im ersten Arbeitsabschnitt die Abmessungen der Vorderansicht des Bogens fest und arbeitest sie mit Hobel, Zugmesser und Raspel aus dem Rohling heraus.

    Herausarbeiten der Frontansicht

  2. Der Tillervorgang – Dem Bogen die richtige Biegung beibringen: In diesem (Haupt-) Arbeitsabschnitt bearbeitest du den Bogen in seiner Seitenansicht. D.h. durch stetigen Materialabtrag auf der Bauchseite des Bogens verringerst du die Dicke der Wurfarme. Zwangsläufig beginnen diese sich irgendwann zu biegen. Im weiteren Verlauf wird die Materialabnahme  solange fortgesetzt, bis sich der Bogen korrekt biegt und du deine Auszugslänge und dein Wunschzuggewicht erreicht hast.

    Reduzieren der Dicke

  3. Die Bogensehne : Kurz vor dem Ende des Tillervorgangs fertigst du die zu deinem Bogen passende Sehne an. Üblicherweise eine flämisch gespleißte Sehne.

    Sehne mit flämischem Spleiß

  4. Der Pfeil : Nach dem Herstellen der Sehne baust du den zum Zuggewicht deines Bogens passenden Pfeil.

    Fertig bearbeitete Pfeile

  5. Das Einschießen : Vor der Endbearbeitung des Bogens wird dieser von dir eingeschossen. Dabei erfährst du auch grundlegendes Wissen über den Schießvorgang. Im Normalfall zeigt der Bogen nach dem Einschießen (ca.200 Schüsse) keine gravierenden Veränderungen im vorher erreichten Tillerbild und er kann von dir abschließend bearbeitet werden.
  6. Die Endbearbeitung : In diesem letzten Arbeitsschritt wird die Bogenoberfläche geglättet und abschließend mit Leinöl eingelassen. Um den Griffbereich nähst du ein Stück Leder oder bringst eine Schnurwicklung an.

Fertig bearbeitete Bogen

Das wars dann auch schon.

Viel Spaß beim Schießen !